Die Insel Kischi ist die Visitenkarte Kareliens, ihr Stolz und – wie man es noch nennt – die Perle des russischen Nordens. Sie ist das unübertroffene Denkmal der russischen Holzarchitektur.
Das Freilichtmuseum Kischi besteht aus dem weltbekannten architektonischen Ensemble – 2 Kirchen, der Glockenturm und die Umzäunung. Außerdem gibt es auf dem Gelände ein paar alte Dörfer und archäologische Denkmäler. Insgesamt beherbergt die Sammlung des Museums über 80 Denkmäler nationaler Holzarchitektur von Russen, Kareliern und Wepsen.
Nicht weit von der berühmten Christi-Verklärungs-Kirche (Sommerkirche) und Maria-Schutz-Kirche (Winterkirche) steht eine der ältesten Holzkirchen Russlands – die Kirche der Auferweckung des Lazarus. Das Alter von Sommer- und Winterkirche lässt sich sehr genau bestimmen. Im XVI Jahrhundert wurden beide erstmalig urkundlich erwähnt. Leider sind sie im XVII Jahrhundert durch einen Blitzschlag vernichtet worden. Die Sommerkirche wurde 1714 neu errichtet, die Winterkirche 1764. Über das Alter der kleinen Kirche, der der Auferweckung des Lazarus können sich die Fachleute seit langem nicht einig werden. Sie datieren diese Kirche zu sehr verschiedenen Zeiten – XIV, XV und XVI Jahrhundert.
Nicht nur die einmalige Holzarchitektur lockt die Touristen aus der ganzen Welt auf die Insel Kischi. Das Museum besitzt auch herausragende Ikonen. Es ist eine echte Schatzkammer der altrussischen Malerei. Eine Holzkirche kann man von innen nicht mit Mosaiken oder Fresken ausgestalten. Die Holzkirchen wurden mit Ikonen dekoriert, die auf Holz gemalt wurden. Das verleiht ihnen Strenge und Einfachheit, so wie die Natur des Nordens.
Was bedeutet eigentlich der Name Kischi (oder Kizhi)? Das Wort hat einen baltisch-finnischen Ursprung.
Es gibt zwei Deutungsvarianten:
– Es stammt vom karelischen Wort kischat was spielen bedeutet. Ob wohl die Insel früher ein heidnisches Heiligtum war, an dem rituelle Opfer gebracht wurden?
– Es kann auch vom karelischen Wort kijdsi stammen, was Wassermoos bedeutet. Im Zentralteil der Insel gibt es einen Sumpfboden, auf dem solches Moos wächst.