Reisebericht von Inken und Jürgen – August 2019

Karelien im Norden Russlands

Wir sind Wiederholungstäter bezogen auf dieses Reise-Unternehmen. 2012 sind wir mit Mascha und Ruslan 9 Tage auf dem Rücken von Pferden durch den Bystrinski Nationalpark Kamtschatkas gereist. Schon damals beeindruckte uns die ausgezeichnete Organisation der Reise durch Ruslan und Maschas große Liebe zur deutschen Sprache.
Als die Beiden näher an Europa heranrückten, war es nur noch eine Frage der Zeit, wann wir wieder mit ihnen einen neuen Flecken Russlands erkunden würden. Im August 2019 war es so weit. Mit ein paar guten Freunden kamen wir an einem sehr grauen Morgen in Petrosawodsk an. Der trübe Charme der mit Patina überzogenen Sowjetbauten rund um den Bahnhof, der leichte Nieselregen dämpften die Wiedersehensfreude. Ein leichtes Fremdeln wollte sich einnisten. Als dann zum Mittagspicknick der Himmel aufriss und sich die Sonne zeigte, verschwand das Gefühl für die 7 Jahre, die zwischen den Begegnungen lagen. Wie früher bereiteten uns die Beiden ein liebevolles Picknick, von dem Fischliebhaber genauso satt werden können wie Veganer.
14 Tage reisten wir durch die schier endlosen Wälder, vorbei an tausenden Seen, Flüssen und Mooren. Maschas Bruder, Klim, und Ruslan selbst chauffierten uns sicher über die endlosen Pisten. Wir probierten einige verstaubte Brocken Russisch aus, parlierten mit Klim auf Englisch und ließen uns die wichtigen Details von Mascha ins Deutsche übertragen. Wir lernten über die Kalevala, das finnische Nationalepos, dass hier in Karelien über Jahrhunderte hinweg von Runensängern weitergegeben wurde. Wir sangen und tanzten mit den Frauen des karelischen Folklore-Ensembles in Kalevala und spielten mit Weltmeisterinnen Kyykkä. Wir wanderten durch Wälder, sammelten Pilze, bestiegen den magischen Berg Wottowara, paddelten über Fluss und See, fischten erfolgreich vom Kahn und lauschten immer wieder der Stille.
Die Natur Kareliens hält sich bescheiden. Sie gibt nicht an. Und so sind auch die Menschen -offen, freundlich. Sie lieben ihre Heimat, ihre Kultur und Sprache.